Wie stille ich richtig ? Die wichtigsten Fakten für Mama!

Wie stille ich richtig ?

Die erste Woche mit deinem Neugeborenen ist sicher sehr aufregend für dich. Besonders wenn du vorher dein Neugeborenes noch nie gestillt hast. Sicherlich hast du deshalb auch viele Fragen zum Thema Stillen.

 

 

Was solltest du in der ersten Stunde nach der Geburt mit deinem Säugling machen?

Du solltest dich in der ersten Stunde nach der Geburt von deinem Säugling nicht um das Wiegen und Anziehen kümmern. Dies hat auch noch bis nach dem ersten Stillen Zeit. Es ist viel wichtiger das der Säugling mit seiner Mutter in der ersten Stunde nach der Geburt kuschelt und Hautkontakt hat. Dadurch wird das Glückshormon Oxytocin bei Mutter und Kind ausgelöst. Bei der Mutter wird durch die Ausschüttung des Glückshormons der Fluss des Kolostrums also der sogenannten Vormilch angeregt.

 

 

Wann solltest du anfangen dein Neugeborenes zu stillen?

Am besten ist es, das Neugeborene schon in der ersten Stunde nach der Geburt zum Saugen an der Brust zu animieren. Deshalb wird dir dein Neugeborenes nach der Geburt sofort auf die gelegt, damit es deine Brust alleine erreichen kann. Stütze einfach den Körper deines Neugeborenen und lass es versuchen deine Brust zu finden und die Brustwarze zu erfassen. Dein Baby erfasst deine Brustwarze und saugt rhythmisch an der Brust der Mutter. Wenn dein Baby die Brustwarze nicht alleine in den Mund nimmt, kann dir eine Hebamme dabei helfen.

 

 

In welcher Position sollte sich die Mutter beim Stillen befinden?

Die Mutter sollte sich in einer halb zurückgelehnten Position zum Stillen befinden. Natürlich kannst du auch eine Hebamme bei der richtigen Position zum Stillen um Rat fragen.

 

 

Kannst du dein Neugeborenes nach einem Kaiserschnitt stillen?

Wenn du dein Neugeborenes mit einem Kaiserschnitt auf die Welt gebracht hast, kannst du trotzdem in der ersten Stunde mit deinem Baby Hautkontakt haben und es natürlich auch stillen.

 

 

Was kannst du tun, wenn dein Neugeborenes das Stillen an deiner Brust nicht schafft?

Wenn dein Neugeborenes es nicht schafft an der Brust seiner Mutter zu saugen, kannst du deine Brust mit der Hand ausstreichen oder eine Milchpumpe benutzen. Die Milchpumpe wird eingesetzt um deine Milch aus der Brust abzupumpen. Dies regt auch die Milchproduktion an.

 

 

Erfasst dein Baby die Brustwarze richtig?

Es ist sehr wichtig, dass dein Baby die Brustwarze richtig erfasst. Wie dein Baby die Brustwarze erfasst, bestimmt auch wie gut es trinken kann. Erfasst dein Baby die Brustwarzen nicht richtig kann das bei der Mutter zu wundern oder riesigen Brustwarzen führen. Deshalb solltest du auch keine Angst haben, dies durch eine Hebamme prüfen zu lassen, wie dein Baby die Brustwarze beim Stillen erfasst.

 

 

Wie solltest du deine Brustwarze beim Stillen von deinem Baby ausrichten?

Deine Brustwarze sollte beim Anlegen von deinem Baby in Richtung des Gaumens von deinem Baby ausgerichtet werden. Dein Baby erfasst dadurch nicht nur deine Brustwarzen, sondern auch einen Teil des Brustwarzenhofs. Dein Baby saugt so nicht nur an der Brustwarze, sondern auch am Brustgewebe. Dadurch kann dein Baby auch besser trinken.

 

 

Wie saugt dein Baby an deiner Brust?

Der Mund von deinem Baby wird weit geöffnet sein. Die Unterlippe von deinem Baby ist nach außen gestülpt und die Oberlippe umfasst sanft deine Brust. Auch an der Körpersprache kannst du erkennen, ob dein Baby eine bequeme Position zum Stillen hat. Du wirst dein Baby aber nicht viel schlucken sehen, obwohl es aber sehr stark saugt. Deshalb möchte dein Baby auch sehr oft an die Brust.

 

 

Wie sollte es sich anfühlen wenn dein Baby an deiner Brust saugt?

Wenn das Baby beim Stillen an deiner Brust saugt, sollte sich das sehr angenehm anfühlen. In deiner Brust wird ein leichtes Ziehen zu spüren sein. Das Stillen an der Brust sollte dir keine Schmerzen bereiten.

 

Wie häufig solltest du dein Baby stillen?

Die Häufigkeit des Stillens und auch die Dauer des Stillens kann in der ersten Woche nach der Geburt des Babys sehr stark variieren. Die ersten vierundzwanzig Stunden nach der Geburt von deinem Baby verlaufen sehr unterschiedlich. Manche Babys schlafen sehr lange, da eine Geburt sehr anstrengend für dein Baby. Andere Babys trinken häufig an der Brust der Mutter. Durch das Saugen deines Babys an der Brust wird die Milchproduktion angeregt.

 

Was ist der Unterschied zwischen Kolostrum und Muttermilch?

Das Kolostrum, also die Vormilch ist immer dickflüssiger als die Muttermilch. Das Kolostrum wird auch nur in kleinen Mengen gebildet. Die Milchproduktion dauert zwischen zwei und vier Tagen. Wenn die Milch dann endlich einschließt, trinken die Babys in vierundzwanzig Stunden jeweils acht bis zwölf mal. Diese Stillmahlzeiten können zwischen zehn Minuten bis zu einer Stunde dauern. Das Baby muss erst noch die Muskeln und die Koordination entwickeln, damit es sehr gut saugt.

 

Brauchst du einen Stillplan für dein Baby?

Durch das häufige Stillen wird deine Milchproduktion angeregt und aufgebaut. Je mehr du dein Baby stillst, desto mehr Milch wird in der Brust der Mutter gebildet. Du solltest dir keine Gedanken um einen Stillplan für dein Baby machen. Durch einen Stillplan können seine Gelegenheiten zum Stillen eingeschränkt werden. Du solltest dein Baby einfach stillen wenn es Zeichen von Hunger zeigt.

 

Wann hat mein Baby Hunger?

Hier sind Beispiele wenn dein Baby Hunger hat:
  • schreckt aus dem Schlaf hoch

  • öffnet seine Augen

  • dreht seinen Kopf, wenn es etwas an der Wange spürt

  • steckt die Zunge raus

  • gibt gurrende Geräusche von sich

  • leckt die Lippen

  • versucht die Hand zu essen

  • wird quengelig

  • fängt an zu jammern

  • schreit

Das Schreien ist ein sehr spätes Zeichen für Hunger. Deshalb solltest du deinem Baby im Zweifel immer die Brust an. Wenn dein Baby weint kann das Stillen schwierig werden. Dies ist besonders in einem frühen Stadium der Fall, wo Mutter und Baby das Stillen lernen. Je älter das Baby wird, um so seltener wird es trinken. Dadurch wird für die Mutter das Stillen auch viel einfacher.

 

Tut das Anlegen weh?


Für viele Mütter ist das Stillen in den ersten Tagen sehr unangenehm. Deine Brustwarze ist an das häufige Saugen des Babys noch nicht gewöhnt. Dein Körper muss sich erst an das Stillen deines Babys gewöhnen. Wenn dein Baby zu lange an der Brustwarze saugt oder diese nicht richtig erfasst kann sie wund werden. Wenn du nach ein paar Tagen immer noch Schmerzen beim Stillen hast solltest du eine Hebamme um Rat fragen. Auf keinen Fall tut stillen weh.

 

Wie viele Windeln wird dein Baby produzieren?

Was oben reingeht muss natürlich unten auch wieder raus. Der Urin von deinem Baby sieht hellgelb aus. Das Neugeborene lässt einmal am Tag Wasser in seine Windeln. Deshalb benötigst du eine oder mehr Windeln am Tag. Auch nach dem Stuhlgang solltest du dein Neugeborenes wickeln. Wenn das Neugeborenes zu lange in den nassen und schmutzigen Windeln liegt kann es dadurch auch wund werden. Bis zum dritten Tag sollte es aber schon drei oder mehr nasse und schmutzige Windeln geben. Ab dem fünften Tag sollten schon fünf nasse und schmutzige Windeln produziert werden. Auch Windeln mit Stuhlgang können dabei sein. Die Windeln sollten in den ersten paar Tagen nach der Geburt auch immer schwerer werden.

Du kannst die Windeln in einem Supermarkt oder in den Drogerien wie zum Beispiel Rossmann kaufen. Die Windeln sind auch in unterschiedlichen Größen erhältlich. Für jedes Alter von deinem Säugling gibt es die passende Windel. Meist steht auf einer solchen Verpackung auch das Gewicht welches dein Säugling haben sollte damit ihm die Windel passt.

 

Bekommt mein Baby genug Muttermilch?

Am Anfang der Milchproduktion, also kurz nach der Geburt deines Säuglings werden nur kleine Mengen Milch in deiner Brust produziert. Wenn dein Baby nach Bedarf gestillt wird, produzierst du soviel Milch wie dein Baby nach der Geburt gerade benötig. In den ersten drei Wochen nach der Geburt besteht der Tagesablauf von deinem Baby aus trinken und schlafen. Möchte dein Baby nach der Geburt allerdings ständig gestillt werden, solltest du eine Hebamme um Rat fragen. Folgt dein Baby nach der Geburt der Wachstumskurve bekommt es genügend Milch.

 

Musst du dir Sorgen machen wenn dein Baby nach einer Stillmahlzeit erbricht?

Manchmal erbricht dein Neugeborenes nach der Sollmahlzeit milchfarbene Flüssigkeit. Dies ist aber kein Grund zur Beunruhigung oder gar zur Sorge. Du solltest dir aber Sorgen machen wenn das Erbrochenes etwas orangefarbenes, rotes, grünes, braunes oder schwarzes enthält. Auch wenn dein Baby schwallartig erbricht solltest du dir Sorgen machen. Bei einer erhöhten Temperatur, Blut im Stuhl oder einer eingesunkenen Fontanelle, dies ist die weiche Stelle bei deinem Neugeborenen auf dem Kopf, oder wenn dein Säugling nach zwei Wochen sein Geburtsgewicht noch nicht erreicht hat solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

 

Wie solltest du deinen Säugling anlegen?

Du solltest deinen Säugling immer erst eine Seite von deinen Brüsten leer trinken lassen bei einer Stillmahlzeit. Bei der nächsten Stillmahlzeit ist zuerst die noch nicht benutzte Seite der Brüste an der Reihe. Trinkt der Säugling immer nur an einer Seite der Brüste kann es für die Mutter zu Schmerzen kommen, da die andere Seite der Brüste von deinem Säugling nicht benutzt wird.

 

Wie oft solltest du deinen Säugling anlegen?

Du kannst dich nach der Geburt von deinem Säugling darauf einstellen, dass du ihn am Tag alle zwei bis drei Stunden stillen musst. In der Nacht kannst du eventuell mit längeren Pausen rechnen. Diese Pausen können zwischen drei und fünf Stunden betragen bevor du deinen Säugling erneut stillen kannst.

 

Wie viel Muttermilch darf mein Säugling trinken?

Jeder Säugling ist anders. Manche Säuglinge trinken nach der Geburt oder im Alter von einem bis sechs Monaten schaffen zwischen fünfzig und zweihundertdreißig Milliliter Milch. Um dies zu prüfen kannst du eine Flasche mit sechzig Milliliter abgepumpter Milch füllen. Dabei wirst du sehr schnell merken, wie viel dein Säugling trinkt. Du solltest deinen Säugling auf keinen Fall zwingen die angebrochene Flasche mit Milch leer zu trinken.

 

Benötigt mein Säugling in den ersten sechs Monaten wirklich nur Muttermilch?

Dein Säugling benötigt in den ersten sechs Monaten nur die Muttermilch. Die Muttermilch versorgt deinen Säugling mit allen wichtigen Nährstoffen welche dein Säugling in den ersten sechs Monaten braucht. Wenn du deinen Säugling voll stillst, benötigt es nicht einmal Wasser. Sein Verdauungssystem ist bis zum sechsten Monat leider nicht in der Lage feste Nahrung zu verdauen. Die Milch von Kühen kann dein Säugling sogar erst mit einem Jahr verdauen. Deshalb sollte dein Säugling erst ab einem Jahr die Milch von der Kuh trinken.

Das Anlegen in dieser Zeit nach der Geburt bereitet deinen Säugling auch auf seine spannenden Entwicklungsschritte vor. Durch das Saugen entwickelt der Säugling nach der Geburt die Muskulatur des Kiefers. Dies ist wichtig für die Anordnung seiner Zähne wenn dein Säugling älter wird. Dies ist natürlich auch für das Essen und das Sprechen wen dein Säugling älter ist sehr wichtig.

 

Wird der Geschmack deiner Milch durch dein Essen beeinflusst?

Der Geschmack deiner Milch kann durch das Essen und Trinken der Mutter beeinflusst werden. Dadurch kann dein Säugling neue Geschmacksrichtungen ausprobieren, bevor es feste Nahrung zu sich nimmt.

Kann mein Körper Antikörper produzieren welche der Säugling über die Milch aufnehmen kann wenn er krank ist?

Wenn dein Säugling krank wird oder bereits krank ist, produziert dein Körper Antikörper welche in die Muttermilch übergehen. Dies hilft dem Säugling die Infektion zu bekämpfen.

 

Wann schläft das Stillbaby in der Nacht durch?

Alle Babys wachen mindestens einmal in der Nacht auf. Das ist aber völlig normal das dein Säugling in der Nacht aufwacht. Der größte Teil der Säuglinge trinkt ein Fünftel seiner täglichen Menge an Milch in der Nacht. Deshalb sind diese Stillmahlzeiten auch sehr wichtig, damit dein Säugling genug Kalorien erhält. Es gibt auch Säuglinge die 19:00 Uhr einschlafen und erst um 7:00 Uhr wieder aufwachen und das mit einem Alter von sechs Wochen. Jeder Säugling ist aber anders.

 

Wie wirkt sich das Zahnen aus wenn dein Säugling gestillt wird?

Säuglinge beginnen häufig ab dem vierten Monat nach der Geburt zu zahnen. Dein Säugling reagiert sehr oft gereizt und zieht sich auch von deinen Brüsten zurück. Der Säugling schreit auch wenn das Zahnfleisch wund ist und schmerzt. Das Saugen an deinen Brüsten kann auch eine beruhigende Wirkung für deinen Säugling haben. Dies kommt deinem Säugling auch beim Zahnen zugute.
Ein nicht so angenehmer Nebeneffekt könnte sein, dass dein Säugling seine neuen Zähne an deinen Brüsten ausprobiert. Einige Säuglinge finden es toll ihrer Mutter spielerisch in die Brustwarzen zu beißen. Wenn dich dein Säugling in die Brustwarzen beißt kannst du die Stillmahlzeit auch unterbrechen und ihm liebevoll sagen, dass Beißen nicht sehr schön und auch nicht nett ist. Dein Säugling wird es sicher schon bald verstehen.

 

Wie kannst du deinen Säugling weiterhin mit Muttermilch versorgen, wenn du von ihm getrennt bist?

Während du in den ersten Monaten noch voll stillst, kann es aber auch vorkommen, dass du für ein paar Stunden von deinem Säugling getrennt bist. Dies kann zum Beispiel der Fall sein wenn du wieder Arbeiten gehst. Dies ist aber kein Grund mit dem Stillen auf zuhören. Du kannst deinem Säugling auch weiterhin die Vorteile der Muttermilch bieten, indem du die Muttermilch mit einer Milchpumpe von deinen Brüsten abpumpst.

 

Kannst du weiterhin anlegen, nachdem du Beikost eingeführt hast?

Dein Säugling zeigt circa im sechsten Monat Interesse am Essen. Es kann aber erst feste Nahrung eingeführt werden wenn dein Säugling umgestürzt sitzen kann. Das bedeutet aber nicht das du sofort abstillen musst. Der Eisenspeicher deines Kindes ist im sechsten Monat aufgebraucht welcher in der Schwangerschaft aufgebaut wurde. Die Muttermilch bleibt auch in dieser Zeit eine wichtige Quelle an Kalorien und Nährstoffen für deinen Säugling. Deine Muttermilch kann auch der ersten festen Nahrung von deinem Säugling wie zum Beispiel Getreidebrei oder auch leckeren Pürees beigemischt werden. So erkennt dein Säugling beim Essen auch einen vertrauten Geschmack.

 

Wie lange kannst du deinen Säugling anlegen?

Du kannst deinem Kind die Muttermilch geben bis es zwei Jahre oder älter ist. Die Muttermilch spielt eine weitere Rolle zur Unterstützung des Immunsystems.

 


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